Apnoe
A Aktualisiert 21.08.2026 Anmelden zum SpeichernAm Bett hörst du oft zuerst den Alarm, dann das Wort. Apnoe heißt: das Kind atmet eine Weile nicht. Oft meint man damit eine Pause von etwa 20 Sekunden. Eine kürzere Pause zählt mit, wenn Herzfrequenz oder Sauerstoff dabei fallen. So fassen es die internationalen Übersichten zur Apnoe der Frühgeburtlichkeit. Die deutsche Leitlinie beschreibt dasselbe Bild als Apnoe-Bradykardie-Hypoxämie-Symptomatik. Eine 20-Sekunden-Schwelle setzt sie nicht.
Nicht jede Pause sieht gleich aus. Bei einer zentralen Apnoe kommt kein Atemantrieb, das Kind macht keine Atemanstrengung. Bei einer obstruktiven sind die oberen Atemwege zu, der Brustkorb bewegt sich oft noch. Oft folgt beides aufeinander, das heißt gemischt. Die deutsche Leitlinie hält diese Einteilung für die Prognose nicht für entscheidend. Für euch zählt in dem Moment, dass die Atmung wiederkommt.
Bei Frühgeborenen sind solche Pausen häufig. Je früher die Geburt, desto öfter. Fast alle Kinder unter 28 Schwangerschaftswochen sind betroffen. Man spricht von Apnoe der Frühgeburtlichkeit. Dahinter steht eine noch unreife Atemregulation, nicht allein ein unreifes Atemzentrum. Unreife erklärt nicht alles: in den ersten Lebenswochen können die Pausen sogar zunehmen, bevor sie nachlassen.
Am Bett überwacht ein Monitor Atmung, Herzfrequenz und oft die Sättigung, häufig mit einem Pulsoximeter, und schlägt Alarm. Fällt der Puls mit ab, ist das eine Bradykardie. Eine Berührung kann eine leichte, seltene Pause beenden. Reicht das nicht oder kommen die Pausen häufig, übernimmt das Team die nächsten Schritte.
Koffein, gegeben als Koffeinzitrat, ist in der deutschen Leitlinie das Mittel der Wahl bei dieser Symptomatik. Es steigert den Atemantrieb. Sehr kleine Frühgeborene mit Atemhilfe bekommen es oft schon in den ersten Lebenstagen, nicht erst wenn die Pausen häufig sind. Ob und wann, entscheidet das Team. Dosis und Dauer gehören in die Kurve, nicht hierher.
Mit der Reifung werden die Pausen oft seltener. Bei manchen sehr frühen Kindern dauert das länger als der errechnete Termin. Eine Woche, ab der es vorbei sein muss, gibt es nicht.