APGAR
A Aktualisiert 21.08.2026 Anmelden zum SpeichernDu hörst die Zahlen meist, bevor jemand das Wort dazu sagt. Nach einer Minute, nach fünf. Das ist der Apgar-Wert. Virginia Apgar hat das Schema 1952 entwickelt. Die Beschreibung erschien 1953.
Fünf Zeichen bekommen je null, eins oder zwei Punkte: Atmung, Puls, Grundtonus, Aussehen und Reflexe. Zusammen höchstens zehn. Die fünf Wörter sind eine Merkhilfe zur Tabelle, nicht die Auflösung des Namens.
Die erste Zahl kommt in der ersten Lebensminute, nicht in der Sekunde der Geburt. Nach fünf Minuten wird bei allen Kindern noch einmal gezählt. Nach zehn Minuten folgt die deutsche Leitlinie routinemäßig. Die amerikanische Stellungnahme misst dann nur weiter, wenn der Wert nach fünf Minuten unter sieben liegt, und in Fünf-Minuten-Schritten bis zwanzig.
Der Wert beschreibt, wie das Kind in dieser Minute dasteht – und, falls das Team schon geholfen hat, wie es darauf antwortet. Er sagt nicht, wie es deinem Kind später geht. In großen Gruppen hängen niedrige Fünf-Minuten-Werte mit mehr Komplikationen zusammen. Für ein einzelnes Kind ist das keine Prognose. Auch eine Asphyxie belegt der Score allein nicht.
Wenn das Kind nicht oder nicht gut atmet, wartet niemand die erste Minute ab. Herzfrequenz, Atmung und Bewegung entscheiden, ob beatmet wird. Der Apgar-Wert ersetzt diese Entscheidung nicht.
Bei Frühgeborenen können Tonus, Hautfarbe und Reflexe schon wegen der Unreife niedriger ausfallen, ohne dass Sauerstoffmangel dahintersteckt. Das macht die Zahl nicht unwichtig. Es macht sie nur schwerer zu lesen.