Zu wenig Milch für mein Frühchen?

zu wenig Milch bei Stress
Zu wenig Milch – ein eigentlich seltenes Phänomen

Habe ich wirklich zu wenig Milch?

Aus verschiedenen Gründen kann es passieren, dass der Milchfluss nachlässt – hierbei ist der Stress nicht zu unterschätzen, dem die Mutter in dieser besonderen Situation ausgesetzt ist. Hier liegt es auch am Klinikpersonal, der Mutter das Stillen zu ermöglichen und sie zu bestärken! Man sollte aber auch in dieser Situation daran denken, dass das Stillen ein natürlicher Vorgang ist, der vor allem durch Angebot und Nachfrage reguliert wird! Das bedeutet, dass es Gründe geben kann, die mit ein wenig Geduld leicht in den Griff zu bekommen sind! Warum habe ich zu wenig Milch?

Wachstums – bzw. Entwicklungsschübe

Unsere kleinen haben Wachstumsschübe – während dieser Wachstumsschübe kann es passieren dass sie die Muttermilch regelrecht verschlingen/mehr Milch sondiert bekommen – schlichtweg hungriger sind! Die Milchproduktion ist auf diesen urplötzlich höheren Bedarf noch nicht eingestellt und auf einmal ist vermeintlich “zu wenig Milch” da. Vermeintlich, weil die bisherige Menge durchaus ausreichend war – nun ist ein neuer, höherer Bedarf entstanden. In dieser Zeit legt man einfach häufiger an bzw. pumpt häufiger ab – die Milchproduktion wird sich wieder steigern und das innerhalb weniger Tage. In diesem Fall hat man also nicht zu wenig Milch, sondern das Kind ein erhöhtes Trink – aber auch Kuschel/-Saugbedürfnis!

Entwicklungsschübe in den ersten Wochen

  • Zwischen dem 7. und 12. Lebenstag
  • Nach etwa 6-8 Wochen
  • Nach 3 bis 4 Monaten (ca. 12.-14. Woche)

Entwicklungsschübe in den ersten Monaten

  • 19. Woche
  • 26. Woche
  • 37. Woche
  • 46. Woche
  • 55. Woche

zu erwarten und halten ungefähr 1 bis 3 Tage an.

Die Zeitangaben können sehr schwanken, so gibt es Kinder, die praktisch von einem Schub in den nächsten übergehen. Hierbei nicht vergessen, das die Zeitrechnung bei Frühchen ohnehin verschoben sein kann, aber auch generell können diese Zeiträume schwanken da nunmal jedes Baby ein kleines Individuum ist.

Oje, ich wachse! Von den acht 'Sprüngen' in der mentalen Entwicklung Ihres Kindes während der ersten 14 Monate und wie Sie damit umgehen können
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Letzte Aktualisierung am 23.07.2017 um 23:38 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Wenn die Brust weich(er) wird, ist dies kein schlechtes Zeichen.

Das heißt nämlich nicht, dass die Milch weniger geworden ist, sondern das sich die notwendige Milchmenge eingependelt hat! Daher “drückt” sie nicht mehr so und die Brust ist schön weich. Die Brust weiß nun wieviel sie produzieren muss und liefert genau die richtige Menge!

Wenn die Muttermilch tatsächlich weniger wird

Das wichtigste: Auf keinen Fall zufüttern! Wenn das Zufüttern unumgänglich ist, empfiehlt sich die Absprache mit einer Still- und Laktationsberaterin und ein genauer Plan zur Relaktation.

Die Milchbildung findet nach dem Nachfrage-Angebot Prinzip statt. Ein Zufüttern kann “der Anfang vom Ende” der Stillbeziehung sein. In dieser Zeit ist es besser, häufiger anzulegen, so reguliert sich die Milchmenge wieder innerhalb kurzer Zeit und stellt sich auf den neuen Bedarf ein. Wenn zugefüttert wird, holt sich das Kind diese Mahlzeiten nicht mehr aus der Brust (sondern eben aus der Flasche) und es wird der Brust somit weniger Bedarf signalisiert, so das sich spätestens dann die Milchmenge tatsächlich verringert! Zudem kann die Flasche eine Saugverwirrung hervorrufen.

Was kann ich nun machen?
Der Einfachheit halber schreiben wir im folgenden vom “Stillen” bzw. Anlegen wobei hiermit ebenso das Abpumpen gemeint ist!

  • Häufiger Anlegen oder abpumpen
  • Sich ggfls. vom Arzt Oxytocin-Nasenspray verschreiben lassen, das hilft den Milchspendereflex auszulösen
  • Wechselseitiges Stillen: mehrmals pro Mahlzeit die Brustseite wechseln, der Milchspendereflex wird dadurch häufiger ausgelöst.
  • Viel trinken (2-3 Liter pro Tag) aber(!) wiederum nicht Zuviel, denn dadurch kommt die Blase zu sehr in Schwung, so dass die Flüssigkeit nicht da bleibt wo sie bleiben soll – es wirkt sich bei jedem anders aus! Man sollte sich also nicht “zwingen” mehr zu trinken bzw. über den Durst hinaus zu trinken.
  • Ausreichende Ernährung mit viel Ballaststoffen und Vitamin C
  • Die Brust vor dem oder auch während des Stillens/Abpumpens anwärmen, z.B. mit einem warmen Waschlappen
  • Salbei und Pfefferminztee vermeiden, sie haben eine abstillende Wirkung!
  • keine engsitzenden BHs tragen, idealerweise gar keinen BH
  • Still /-Anlegeposition von der Hebamme oder Stillberaterin kontrollieren lassen (erst recht, wenn die Brustwarzen wund sind)

Weiterführende Informationen: