Stillen bei Neugeborenengelbsucht

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Stillen bei Neugeborenengelbsucht

Stillen bei NeugeborenengelbsuchtIst das Stillen bei Neugeborenengelbsucht möglich? Das Ungeborene wie auch das Neugeborene bilden beim normalen Abbau des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) doppelt so viel eines gelben Farbstoffs (Bilirubin) wie der Erwachsene. Dennoch wird das Neugeborene nicht gelb geboren, da bis zur Geburt das Ungeborene sein Bilirubin zur weiteren Verstoffwechselung über die Plazenta in das mütterliche Blut abgibt. Nach der Geburt muss das Neugeborene erst lernen, das Bilirubin in der Leber selbst weiter zu verarbeiten und über Galle und Darm auszuscheiden. Die Folge dieses Anpassungsprozesses ist eine sehr unterschiedlich ausgeprägte Gelbfärbung (Ikterus) der Haut des Neugeborenen, auch “Gelbsucht” bzw Hyperbilirubinämie genannt.

Oft tritt Unsicherheit auf, ob die Mutter unter diesem Umständen stillen kann oder ob die Muttermilch bei Gelbsucht schädlich ist. Die nationale Stillkommission hat hierzu eine Stellungnahme abgegeben.

Bei einer behandlungsbedürftigen Hyperbilirubinämie kann die zusätzliche enterale Zufuhr von Formula oder Hydrolysatnahrung (Gourley et al., 2005), nicht aber von Glucoselösung, Wasser oder Tee (de Carvalho et al., 1981) über das Stillen hinaus helfen, den enterohepatischen Kreislauf des Bilirubins zu durchbrechen und damit die enterale Eliminierung von Bilirubin zu beschleunigen. Eine Hyperbilirubinämie ist aber stets ein vorübergehendes Problem und nie ein Grund zum Abstillen. Auch während einer erforderlichen Phototherapie sollte der Mutter weiter ausgiebig Gelegenheit zum Stillen gegeben werden (American Academy of Pediatrics, 2004). Dies ist mit Hilfe mobiler Phototherapieeinheiten im Rooming-in in den allermeisten Fällen möglich.

Die Betreuung von Neugeborenen mit Hyperbilirubinämie erfordert die unkomplizierte Zusammenarbeit zwischen stationären Einrichtungen und ambulanten Versorgungsstrukturen. Hebammen und Stillberaterinnen, die Neugeborene zu Hause betreuen, kommt eine besondere Bedeutung in der rechtzeitigen Diagnose eines Neugeborenenikterus zu. Kinderkrankenhäuser können durch organisatorische Maßnahmen dazu beitragen, die Trennung von Mutter und Kind bei einer erforderlichen Phototherapie zu vermeiden und das Stillen gerade in dieser Phase zu fördern

Informationen von der nationalen Stillkomission am BgVV – Quelle und vollständiger Text (Acrobat Reader erforderlich)

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