Tipps für die ganz normale Babyzeit

Wann ist mein Frühchen bereit fürs Tragetuch?

Vielleicht hast du andere Eltern gesehen, die ihr Baby ganz selbstverständlich im Tragetuch tragen. Und vielleicht fragst du dich, ob das bei einem Frühchen überhaupt geht — und ob du deinem Kind damit nicht schadest. Diese Sorge ist völlig berechtigt. Und die kurze Antwort lautet: Ja, es geht. Aber der Zeitpunkt und die Technik sind bei Frühgeborenen besonders wichtig.


Wann darf ein Frühchen ins Tragetuch?

Die meisten Kinderärztinnen und Kinderärzte empfehlen, mit dem Tragen zu warten, bis das Baby stabil ist — also eigenständig seine Körpertemperatur halten kann und keine Atemunterstützung mehr braucht. Bei vielen Frühchen ist das rund um den errechneten Geburtstermin der Fall, manchmal auch schon früher.

Einige Kliniken nutzen das sogenannte Känguru-Tragen (Haut-an-Haut-Kontakt) bereits auf der Neonatologie. Das ist etwas anderes als das Tragen im Tragetuch, aber es zeigt: Die Nähe tut deinem Kind gut. Wenn das Känguruen auf der Station gut klappt, ist das Tragetuch oft der nächste Schritt.

Wichtig: Sprich vorher mit dem Kinderarzt oder der Kinderärztin. Besonders bei Kindern mit Atemwegserkrankungen (z. B. BPD) oder einem noch sehr niedrigen Gewicht kann es individuelle Einschränkungen geben.


Welche Tragetücher eignen sich für Frühchen?

Nicht jedes Tragetuch ist für sehr kleine Babys geeignet. Worauf du achten solltest:

  • Elastische Tragetücher — Sie passen sich dem kleinen Körper gut an und geben gleichmäßigen Halt. Für die ersten Monate oft die beste Wahl.
  • Gewebte Tragetücher — Fester im Stoff, daher etwas schwieriger zu binden, aber sehr anpassbar. Gut, wenn das Kind größer wird.
  • Fertig-Tragen (Mei Tai, Ring Sling) — Manche haben Neugeborenen-Einsätze. Achte darauf, dass der Steg schmal genug für die Beinchen deines Frühchens ist.

Einen ausführlichen Vergleich findest du im Artikel Welches Tragetuch kaufen bei Frühchen?


Wickeltechniken Schritt für Schritt

Die sicherste Bindeweise für Neugeborene und Frühchen ist die vorgebundene Kreuztrage (auch „Wickelkreuztrage" genannt). Dabei wird das Tuch erst gebunden und das Kind anschließend hineingesetzt. Das gibt dir Sicherheit, weil du beide Hände frei hast, um dein Baby zu positionieren.

Worauf du achten solltest:

  • Der Kopf muss gestützt sein — so hoch, dass du ihn küssen kannst.
  • Die Atemwege müssen frei bleiben — Kinn nicht auf der Brust.
  • Der Rücken ist leicht gerundet (natürliche C-Form).
  • Die Beine sind in der Anhock-Spreiz-Haltung (M-Position).

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Bildern findest du unter Anleitung zum Tragetuch binden: Känguru-Trage und Wickel- und Bindeweisen für Tragetücher.


Erfahrungen anderer Eltern

Viele Frühchen-Eltern erzählen, dass das Tragetuch eine große Hilfe war: Das Kind wurde ruhiger, schlief besser, und sie selbst fühlten sich sicherer im Umgang mit ihrem Baby. Manche Eltern berichten auch, dass es anfangs beängstigend war — das ist normal.

Wenn du unsicher bist, kann eine Trageberatung helfen. Trageberaterinnen zeigen dir die Techniken und können auf die Besonderheiten deines Frühchens eingehen. Viele bieten auch Hausbesuche an.

Mehr zum Thema Tragen bei Frühgeborenen findest du in unserem ausführlichen Artikel Ein Frühchen tragen — geht das?

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Besprich den richtigen Zeitpunkt fürs Tragen immer mit dem Kinderarzt oder der Kinderärztin deines Kindes.