Stillen bei einer Frühgeburt, Pumpstillen

Lebensmittel mit abstillender Wirkung

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Lebensmittel mit abstillender Wirkung

Wenn Du als Frühchen-Mama pumpstillst oder stillst, weißt Du vermutlich, wie wertvoll jeder Tropfen Muttermilch für Dein Baby ist. Vielleicht hast Du gehört, dass bestimmte Tees oder Kräuter die Milchbildung bremsen sollen. Ehrlich gesagt ist das kaum untersucht, und in normalen Mengen musst Du Dir darüber keine Sorgen machen.

Aber bevor Du jetzt jede Zutatenliste mit Argusaugen studierst: In normalen Mengen sind die meisten dieser Lebensmittel unbedenklich. Eine Tasse Pfefferminztee oder etwas Petersilie im Salat werden Deine Milchproduktion nicht zum Erliegen bringen. Problematisch wird es erst bei regelmäßigem Konsum größerer Mengen.

Wichtig zu wissen: Die meisten Empfehlungen zu abstillenden Lebensmitteln basieren auf traditionellem Erfahrungswissen und Beobachtungen aus der Stillberatung — nicht auf kontrollierten Studien. Wo es belastbare wissenschaftliche Evidenz gibt, machen wir das im Artikel deutlich. Wo nicht, sagen wir das ehrlich.

Was die Milchbildung wirklich beeinflusst

Bevor wir über einzelne Lebensmittel sprechen, eine wichtige Einordnung: Die häufigsten Gründe für eine abnehmende Milchmenge sind nicht Lebensmittel, sondern:

  • Zu seltenes oder zu kurzes Pumpen — gerade beim Pumpstillen auf der Neonatologie ist regelmäßiges Abpumpen (etwa 8-mal in 24 Stunden, auch nachts) der wichtigste Faktor.
  • Stress und Erschöpfung — und davon haben Frühchen-Eltern auf der Intensivstation mehr als genug.
  • Fehlender Hautkontakt — Känguru-Pflege fördert die Milchbildung nachweislich.
  • Ungünstige Pump-Technik — die richtige Einstellung der Milchpumpe macht einen großen Unterschied.

Lebensmittel spielen im Vergleich dazu eine untergeordnete Rolle. Wenn Deine Milchmenge sinkt, liegt es mit hoher Wahrscheinlichkeit an einem dieser Faktoren — nicht an der Tasse Tee.

Wie funktioniert die Milchbildung?

Deine Milchproduktion basiert auf dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. Je häufiger Dein Baby trinkt oder Du abpumpst, desto mehr Milch wird gebildet. Das Hormon Prolaktin steuert die Milchproduktion, während Oxytocin für den Milchspendereflex verantwortlich ist — also dafür, dass die Milch tatsächlich fließt.

Verschiedene Substanzen können diesen Hormonhaushalt beeinflussen: manche fördernd, manche hemmend. Bei Frühchen-Müttern, die ausschließlich pumpstillen, ist die Milchbildung ohnehin eine Herausforderung. Das Abpumpen ist weniger effektiv als direktes Stillen, und der emotionale Stress auf der Neonatologie kann die Milchproduktion zusätzlich beeinträchtigen.

Was wirkt abstillend? Der Überblick

Wie stark einzelne Lebensmittel die Milchbildung beeinflussen, ist kaum erforscht. Salbei, Pfefferminze und Petersilie gelten traditionell als milchmindernd, wissenschaftlich ist das aber wenig belegt. Kontrollierte Studien zu „abstillenden Lebensmitteln“ gibt es nicht, und auch für andere nicht-medikamentöse Abstillmethoden fehlt ein Nachweis, dass sie besser wirken als gar nichts zu tun. Gut belegt ist dagegen, dass Alkohol den Milchspendereflex bremst. Was die Milchmenge am stärksten steuert, ist, wie oft und wie gründlich Milch entnommen wird. Das gilt beim Weiterpumpen genauso wie beim Abstillen.

Abstillende Tees: Salbei, Pfefferminze und Co.

Salbeitee — der Klassiker zum Abstillen

Salbei ist das Kraut, das am häufigsten mit dem Abstillen in Verbindung gebracht wird. Das beruht auf Überlieferung und Erfahrungen aus der Praxis. Studien, die eine Wirkung zeigen, gibt es nicht.

Dazu kommt ein Sicherheitsthema: Salbei enthält Thujon, das in größeren Mengen die Nerven belasten kann. Wie viel davon in einer Tasse Tee steckt, schwankt stark, deshalb lässt sich keine „sichere“ Tassenzahl nennen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur empfiehlt Salbei-Arzneimittel in der Stillzeit nicht. Größere Mengen über längere Zeit, Salbeiöl und konzentrierte Extrakte solltest Du meiden. Eine gelegentliche Tasse oder ein Salbei-Bonbon sind kein Grund zur Sorge.

Pfefferminztee — wie viel ist zu viel?

Auch Pfefferminze gilt als milchmindernd. Untersuchungen dazu gibt es nur an Zellen und Mäusen mit sehr hohen Mengen Menthol oder Öl, nicht beim Menschen. Pfefferminztee in üblichen Mengen gilt als vereinbar mit dem Stillen. Vorsicht ist eher bei Pfefferminzöl und Kapseln angebracht.

Wenn Du den Eindruck hast, dass Deine Milchmenge sinkt, lohnt sich zuerst ein Blick auf Pumphäufigkeit, Schlaf und Stress, bevor Du Deinen Tee in Verdacht nimmst.

Hibiskustee und andere Kräutertees

Hibiskus findet sich häufig in Früchtetee-Mischungen. In der traditionellen Kräuterheilkunde wird ihm eine leicht abstillende Wirkung zugeschrieben — allerdings gibt es dafür keine wissenschaftlichen Belege. Wenn Du Früchtetee mit Hibiskus trinkst und keine Probleme mit der Milchmenge hast, besteht kein Grund zur Sorge.

Was ist mit Matetee?

Matetee enthält Koffein (Matein) und zählt deshalb zur Koffeinmenge des Tages dazu. Was dazu bekannt ist, liest Du weiter unten im Abschnitt zu Koffein.

Lebensmittel und Gewürze mit abstillender Wirkung

Petersilie — Gewürz oder Abstillkraut?

Petersilie als Küchenkraut im Salat oder als Garnierung ist in normalen Mengen unbedenklich. In größeren Mengen — etwa als Petersilientee, als Smoothie-Zutat oder als Tabouleh-Hauptbestandteil — kann sie die Milchbildung hemmen. Dass sie in größeren Mengen milchmindernd wirkt, stammt aus Erfahrungswissen und ist wissenschaftlich nicht gezeigt. Petersilienöl und Konzentrate können dagegen giftig sein und gehören nicht in die Stillzeit.

Saure Lebensmittel: Mythos oder Realität?

Zitrusfrüchte, Essig oder stark kohlensäurehaltiges Mineralwasser werden von manchen Stillberaterinnen als milchhemmend eingeschätzt. Hier muss man ehrlich sagen: Es gibt keine wissenschaftliche Evidenz dafür, dass saure Lebensmittel die Milchbildung hemmen. Wenn Du keine Probleme mit der Milchmenge hast, musst Du auf Orangen und Zitronen nicht verzichten.

Koffein — die Dosis macht den Unterschied

Koffein geht in die Muttermilch über, und manche Babys werden davon unruhiger. Dass Koffein die Milchbildung hemmt, ist nicht belegt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hält für Stillende bis zu 200 mg Koffein am Tag für unbedenklich für das Kind. Das entspricht grob zwei Tassen Filterkaffee à 200 ml. Koffein steckt auch in Schwarztee, Grüntee, Matetee, Cola und Energydrinks, es zählt also die Summe über den Tag.

Abstillende Lebensmittel — die Übersicht

LebensmittelWirkungWissenschaftlich belegt?Unbedenkliche Menge
Salbei(tee)Traditionell als milchmindernd beschriebenWenig belegt, keine StudienKeine Tassenzahl; größere Mengen, Öl und Extrakte meiden (Thujon)
Pfefferminz(tee)Traditionell als milchmindernd beschriebenWenig belegt, keine HumanstudienÜbliche Mengen unbedenklich; Öl und Kapseln meiden
PetersilieIn großen Mengen traditionell als milchmindernd beschriebenWenig belegtAls Küchenkraut unbedenklich; Öl und Konzentrate meiden
HibiskusTraditionell als leicht abstillend beschriebenKeine EvidenzIn Teemischungen unbedenklich
Koffein (Kaffee, Tee, Cola, Mate)Wirkung auf die Milchmenge nicht belegtEFSA-SicherheitswertBis 200 mg am Tag
Saure LebensmittelAngeblich hemmendKeine EvidenzKeine Einschränkung nötig

Alkohol, Nikotin und ihre Auswirkungen

Alkohol hemmt die Ausschüttung von Oxytocin und damit den Milchspendereflex. Schon geringe Mengen können die Milchbildung beeinträchtigen — das ist wissenschaftlich gut belegt. In der Stillzeit sollte Alkohol gemieden werden. Bei Frühchen gilt das besonders, da ihr Stoffwechsel noch unreif ist und Alkohol über die Muttermilch an das Baby weitergegeben wird.

Nikotin und Rauchen können die Milchproduktion deutlich verringern. Nikotin hemmt die Prolaktin-Ausschüttung, das zentrale Hormon für die Milchbildung. Wenn Du rauchst und pumpstillst, kann das ein Grund für eine geringere Milchmenge sein. Rauchstopp oder eine Reduktion können helfen — sprich Deine Ärztin oder Hebamme darauf an. Auch Passivrauchen sollte vermieden werden — nicht nur wegen der Milch, sondern wegen des erhöhten SIDS-Risikos bei Frühgeborenen.

Medikamente und ätherische Öle

Welche Medikamente hemmen die Milchbildung?

Bestimmte Medikamente können die Milchbildung hemmen — zum Beispiel Erkältungsmittel mit dem Wirkstoff Pseudoephedrin (in Erkältungstabletten und -kapseln) oder östrogen-haltige Verhütungsmittel. Bei Pseudoephedrin ist gut belegt, dass es die Milchmenge senken kann. Frag deshalb vor Erkältungsmitteln in der Apotheke nach, ob sie in der Stillzeit passen.

Sprich vor der Einnahme von Medikamenten in der Stillzeit immer mit Deiner Ärztin oder in der Apotheke. Auf embryotox.de der Charité Berlin kannst Du die Stillverträglichkeit von Arzneimitteln kostenlos prüfen — eine empfehlenswerte Anlaufstelle.

Ätherische Öle in der Stillzeit

Kampfer, Menthol und andere stark ätherische Öle sollten in der Stillzeit mit Vorsicht eingesetzt werden — nicht nur wegen einer möglichen abstillenden Wirkung, sondern auch weil sie für Neugeborene und Frühgeborene problematisch sein können. Erkältungsbalsame mit Kampfer oder Eukalyptus gehören nicht in die Nähe von Babys. Bei Bedarf Deine Hebamme oder Kinderärztin fragen.

Der umgekehrte Ansatz: Was milchfördernd wirkt, beim Abstillen weglassen

Es gibt einen Ansatz, der oft übersehen wird: Wenn Du weißt, welche Lebensmittel die Milchbildung fördern, weißt Du auch, was Du beim Abstillen bewusst weglassen kannst. Stillberaterinnen empfehlen milchfördernde Kräuter wie Bockshornklee, Anis, Fenchel und Kümmel — die sogenannten Galaktagoga (milchfördernde Kräuter und Substanzen).

Manche Stillberaterinnen raten beim Abstillen, milchfördernde Tees wie Bockshornklee oder Stilltee wegzulassen. Das ist naheliegend, aber auch hier gilt: Belegt ist es nicht. Viel mehr bewirkt es, die Pumpsitzungen langsam zu verringern (siehe nächster Abschnitt).

Eine Übersicht über milchfördernde Lebensmittel findest Du in unserem Artikel über milchfördernde Lebensmittel.

Wenn Du abstillen möchtest: langsam ist sanfter

Vielleicht bist Du an dem Punkt, an dem Du mit dem Pumpen aufhören möchtest oder musst. Das ist eine legitime Entscheidung und kein Versagen, egal wie lange Du gepumpt hast und aus welchem Grund.

Wer wochen- oder monatelang gepumpt hat, hat oft eine gut eingespielte Milchmenge. Deshalb ist es sanfter, langsam auszuschleichen, statt von heute auf morgen aufzuhören. Du kannst die einzelnen Sitzungen nach und nach kürzer machen oder etwa alle paar Tage eine Sitzung weglassen, ganz in Deinem Tempo. Über Tage bis Wochen ist das beim Pumpstillen der Normalfall. So sinkt das Risiko für Spannungsgefühle, Milchstau und eine Brustentzündung.

Wenn die Brust spannt, pumpst oder streichst Du nur so viel aus, bis es sich erleichtert anfühlt, nicht bis sie leer ist, denn vollständiges Leeren regt die Milchbildung wieder an. Kühlen und ein stützender, nicht einschnürender BH helfen vielen Frauen. Brauchst Du etwas gegen Schmerzen, sprich vorher mit Deiner Hebamme, in der Apotheke oder mit Deiner Ärztin.

Melde Dich bei Deiner Hebamme oder Ärztin, wenn eine Stelle an der Brust rot, heiß und schmerzhaft verhärtet ist, wenn Du Fieber, Schüttelfrost oder ein grippeähnliches Krankheitsgefühl bekommst oder wenn es trotz Schonung nicht besser wird. Hält Fieber länger als einen Tag an, lass es ärztlich anschauen.

Es gibt auch Medikamente zum Abstillen. Ob das für Dich passt, klärst Du mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt.

Und dann ist da die Frage, womit Dein Kind ernährt wird, wenn Deine Milch weniger wird. Bekommt es noch Muttermilch über die Sonde oder die Flasche, sprich das am besten früh mit dem Team auf der Station oder mit Deiner Kinderärztin an, noch bevor Du die letzten Pumpsitzungen weglässt. Dann lässt sich der Übergang in Ruhe planen, etwa auf eine Nahrung für Frühgeborene, eine angereicherte Nahrung oder in manchen Kliniken auch Spendermilch. Welche Nahrung passt und wie viel, hängt davon ab, wie alt Dein Kind ist, wie es wächst und was es sonst noch braucht. Das entscheidet ihr gemeinsam, nicht Du allein. Auch ohne Muttermilch kann Dein Kind gut ernährt werden, und jede Milch, die Du ihm bis hierher gegeben hast, bleibt ein Geschenk.

Wenn Dein Kind gestorben ist

Nach dem Tod eines Kindes setzt die Milchbildung trotzdem ein oder läuft weiter. Das kann sehr schwer auszuhalten sein, und Du darfst dazu Fragen stellen, auch wenn es sich falsch anfühlt, in dieser Zeit an Deine Brust zu denken. Das langsame Ausschleichen und die Warnzeichen oben gelten auch für Dich, und auch hier gibt es die Möglichkeit, medikamentös abzustillen, nach Rücksprache mit Deiner Ärztin.

Manche Mütter möchten ihre Milch spenden und empfinden das als tröstlich. Andere möchten das nicht, und beides ist genauso richtig. Wenn Du darüber nachdenkst, ist die Klinik oder eine Frauenmilchbank der richtige Ansprechpartner, nicht eine Weitergabe über das Internet. Du musst nichts entscheiden, bevor Du dazu bereit bist.

Besonderheiten beim Pumpstillen auf der Neonatologie

Wenn Dein Frühchen auf der Neonatologie liegt und Du pumpstillst, ist Deine Milchproduktion empfindlicher als bei Müttern, die direkt stillen. Die Milchpumpe kann den Saugreiz des Babys nicht vollständig ersetzen, und der fehlende Hautkontakt beim Pumpen erschwert den Milchspendereflex zusätzlich.

Für Dich bedeutet das: Es lohnt sich, etwas genauer auf die Ernährung zu achten und im Zweifel auf bekannt abstillende Kräuter zu verzichten. Gleichzeitig ist es wichtig, sich nicht verrückt zu machen — ein Stück Pfefferminzschokolade wird Deine Milch nicht versiegen lassen.

Was wirklich hilft:

  • Regelmäßig pumpen — etwa 8-mal in 24 Stunden, auch nachts
  • Känguru-Pflege — Hautkontakt fördert die Milchbildung nachweislich
  • Nach Durst trinken — am besten Wasser. Mehr zu trinken als Du brauchst, bringt nicht mehr Milch.
  • Stress reduzieren — leichter gesagt als getan auf der Neo, aber jede kleine Auszeit zählt
  • Stillberatung nutzen — viele Neonatologien haben IBCLC-zertifizierte Stillberaterinnen

Mehr dazu in unserem Ratgeber zum Pumpstillen.

Milchmenge sinkt? Erste Schritte

Wenn Du das Gefühl hast, dass Deine Milchmenge trotz regelmäßigem Abpumpen abnimmt, gerät man schnell in Panik. Aber: In den meisten Fällen lässt sich die Milchproduktion wieder ankurbeln.

Schritt 1: Pumphäufigkeit überprüfen. Pumpst Du oft genug? Etwa 8-mal in 24 Stunden, auch nachts, ist eine gute Orientierung, auch wenn es anstrengend ist.

Schritt 2: Ernährung und Medikamente durchgehen. Nimmst Du ein neues Medikament, zum Beispiel ein Erkältungsmittel? Trinkst Du gerade sehr viel Salbeitee? Das ist selten die Ursache, lässt sich aber leicht ausschließen.

Schritt 3: Stress-Level ehrlich einschätzen. Hast Du gerade besonders viel um die Ohren? Kannst Du Dir Unterstützung holen?

Schritt 4: Professionelle Hilfe holen. Sprich Deine Hebamme, eine Stillberaterin (IBCLC) oder das Pflegepersonal auf der Neonatologie an. Gemeinsam lässt sich fast immer eine Lösung finden.

Mach Dir keine Vorwürfe, wenn es mit dem Stillen oder Pumpstillen nicht so läuft wie erhofft. Jeder Tropfen Muttermilch, den Dein Frühchen bekommt, ist wertvoll — egal ob es 800 ml am Tag sind oder 80 ml.

Häufige Fragen zu abstillenden Lebensmitteln

Welche Lebensmittel wirken abstillend?

Salbei, Pfefferminze und Petersilie gelten traditionell als milchmindernd, wissenschaftlich ist das wenig belegt. Nachgewiesen ist, dass Alkohol den Milchspendereflex bremst und manche Medikamente die Milchmenge senken können. Für Hibiskus und saure Lebensmittel gibt es keine Belege.

Ist Pfefferminztee abstillend?

Das wird oft gesagt, ist beim Menschen aber nicht untersucht. Pfefferminztee in üblichen Mengen gilt als vereinbar mit dem Stillen. Wenn Deine Milchmenge sinkt, liegt es meist eher an Pumphäufigkeit, Schlaf oder Stress.

Welcher Tee wirkt am stärksten abstillend?

Salbeitee gilt traditionell als der stärkste, belegt ist eine Wirkung aber nicht. Die Europäische Arzneimittel-Agentur empfiehlt Salbei-Arzneimittel in der Stillzeit nicht, weil ihre Sicherheit dort nicht belegt ist. Dazu kommt das Thujon im Salbei als Risiko. Größere Mengen, Öl und Extrakte solltest Du meiden. Viel wirksamer beim Abstillen ist es, die Pumpsitzungen langsam zu verringern.

Was sollte ich beim Pumpstillen nicht essen?

Grundsätzlich musst Du auf kein Lebensmittel verzichten. Meide Alkohol, sehr große Mengen Salbei sowie Kräuteröle und Konzentrate, und halte Koffein bei höchstens 200 mg am Tag.

Stimmt es, dass saure Lebensmittel abstillend wirken?

Nein, dafür gibt es keine wissenschaftliche Evidenz. Zitrusfrüchte und andere saure Lebensmittel kannst Du ohne Bedenken essen. Wenn Dein Baby auf bestimmte Lebensmittel mit Unruhe reagiert, kann das andere Gründe haben — sprich das mit Deiner Hebamme oder Stillberaterin ab.

Kann ich mit Lebensmitteln gezielt abstillen?

Nein, dafür gibt es keine Belege. Entscheidend ist, die Pumpsitzungen oder Stillmahlzeiten schrittweise zu verringern. Bei Spannung, Rötung oder Fieber hilft Deine Hebamme oder Ärztin weiter.

Darf ich in der Stillzeit Kaffee trinken?

Ja, in Maßen. Bis 200 mg Koffein am Tag gelten für Stillende als unbedenklich, das sind grob zwei Tassen Filterkaffee à 200 ml. Auch Cola, Energydrinks sowie schwarzer und grüner Tee enthalten Koffein.

Was hilft wirklich, wenn die Milch weniger wird?

Am meisten hilft regelmäßiges Pumpen (etwa 8-mal in 24 Stunden, auch nachts), Hautkontakt mit Deinem Baby (Känguru-Pflege), nach Durst trinken und so viel Ruhe wie möglich. Abstillende Lebensmittel zu vermeiden kann unterstützend wirken, ist aber selten die Hauptursache. Hol Dir professionelle Unterstützung — eine Stillberaterin (IBCLC) oder Deine Hebamme können individuell helfen.