Überwachungssysteme und Apps für Frühchen

Überwachungssysteme und Apps für Frühchen

von Gastautor Bastian Ebert

Wenn Frühchen nach Hause entlassen werden ist trotzdem noch ein sehr hoher Pflege- und Betreuungsaufwand erforderlich, um die gute Entwicklung nicht abbrechen zu lassen. Dafür gibt es für Eltern verschiedene Hilfsmittel wie passende Pflegebetten oder Sauerstoffgeräte. Im Bereich der Überwachung gibt es ebenfalls eine Reihe von Geräten und Hilfsmitteln, mit denen man Probleme frühzeitig erkennen und damit rechtzeitig reagieren kann. Daneben stehen auch für Handys und Smartphone verschiedene Apps zur Verfügung, die Eltern helfen, die Versorgung ihrer Frühchen möglichst optimal zu gestalten.

Überwachungsmonitore für Frühchen

Je nach Entwicklungsstand, Alter und Gewicht der Frühchen wird von den Ärzten oft eine Überwachungsmonitor verschrieben. Dieser misst über aufgeklebte Elektroden und teilweise Bauchdecken Atmung und einige andere Wert – je nach Gerät. Bei Problemen gibt das System Alarm und man kann als Eltern eingreifen bzw. schauen, welche Probleme bestehen. Für Eltern ist es sinnvoll neben der Technik auch einen Kurs zur Ersthilfe bei Babys zu machen um im Notfall richtig reagieren zu können.

Die Monitore sind allerdings nicht ganz unumstritten. Bei fehlerhaften Einsatz und nicht korrekter Positionierung der Elektroden können sie viele Fehlalarme auslösen, die Eltern noch weiter beunruhigen. Daher gehen viele Kliniken den Weg, Frühchen so lange auf Station zu behalten, bis auch außerhalb eine Versorgung ohne ständige Überwachung möglich ist. Das ist aber eine Entscheidung, die man mit den Ärzten durchsprechen sollte, viele Eltern bekommen durch diese Geräte auch zusätzliche Sicherheit.

Einige Überwachungsmonitore bieten auch an die Daten auf das Smartphone der Eltern zu übertragen bzw. dort den Alarm auszulösen. Das ist hilfreich, sollte aber nur gemacht werden, wenn auch wirklich eine stabile Internet-Verbindung mit dem Handy besteht. Ohne Verbindung gibt es viele Fehleralarme, die eher für Verunsicherung sorgen. Daher vorher prüfen, wie gut oder schlecht die Handy-Internet Verbindung ist.

Die Frühchen-Netz App

Die Frühchen Netz App hat nichts mit der Überwachung von Frühchen zu tun, sondern ist das Projekt einer Selbsthilfegruppe. Ziel ist es, Eltern von Frühgeborenen mit Informationen zur bestmöglichen Versorgung ihrer Kinder zu geben.

Das Projekt selbst ist mittlerweile leider eingestellt, die App selbst ist aber nach wie vor verfügbar und liefert wertvolle Hinweise und Tipps für Eltern. Das ist insbesondere für neue Eltern wichtig, die Sicherheit suchen und in bestimmten Situationen einfach einen Rat haben wollen.

Die App selbst ist nur 5,5 Megabyte groß und läuft auf allen Android Geräten mit Android 4.1 und höher – sollte also auf fast allem Smartphone mit Android eingesetzt werden können.

Frühchen Analyse per App

Ein interessanter neuer Ansatz für Hilfestellungen per App und Smartphone kommt von der Universität von Nottingham. Dort baut man derzeit über eine App eine große Datenbank mit Fotos von Gesicht, Händen, Ohren und Füßen von Frühgeborenen auf. Anhand dieser Aufnahmen können die Experten den Entwicklungszustand und die Reife (über den Ballard-Test) von Frühchen beurteilen.

Ziel ist es den Eltern präzise Tipps und Anleitungen zur Versorgung ihrer Kinder zu geben. Das ist vor allem für Entwicklungsländer interessant, in denen die klinische Versorgung noch nicht so ausgeprägt ist. Die Tipps helfen natürlich aber auch Eltern in Deutschland und Europa, sobald die Kinder zu Hause sind. Leider ist die App noch nicht direkt auf dem Markt verfügbar.