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Frühchen zu Hause fördern: Tipps für eine gesunde Entwicklung von Körper, Geist und Seele



Frühchen entwickeln sich nach der Zeit auf der Intensivstation genau wie später geborene Babys. Üblicherweise haben sie bereits eine Förderung nach dem NIDCAP Konzept durchlaufen. Zu Hause helfen Zuwendung, Geduld und Freude bei den weiteren Fortschritten.

Tipp Eins: Visuelle und akustische Reize kombinieren



In den ersten Lebenswochen ist das Sehvermögen Neugeborener auf Konturen in Schwarz, Weiß und Grau beschränkt. Trotzdem reagieren sie neugierig auf bekannte Gesichter, vertraute Stimmen und bewegliche Gegenstände. Ein Greifling fördert die Sehentwicklung gut. Er sollte von den Eltern langsam vor dem Gesicht hin und her bewegt werden. Automatisch verfolgen die Augen die Kontur und Bewegung. Ist noch eine Rasselkugel integriert, erkennen die Jüngsten das Spielzeug auch akustisch wieder. Ab etwa der dritten Lebenswoche werden sie es anlächeln und erste Greifversuche machen.

Tipp Zwei: Fordern statt überfordern

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Frühförderung durch Babyschwimmen, Krabbelgruppen nach PEKIP oder DeLFI und andere Konzepte ist in Ordnung in gesundem Maß. Doch ein Baby – ob Frühchen oder Normalgeburt – hat insgesamt sein eigenes Entwicklungstempo. Es braucht nicht nur die Förderung, sondern ausreichend Pausen, um die Eindrücke zu verarbeiten. Zwei Förderkurse pro Woche sind völlig ausreichend. Ein Baby-Terminkalender wie ein Geschäftsmodell führt zur Reizüberflutung. Das kann Störungen auslösen und das gewünschte Entwicklungstempo sogar verlangsamen.

Tipp Drei: Motorik spielerisch fördern



Alles, was sich bewegt und kräftig bunt ist, weckt die Neugier bereits ab den ersten Sinneswahrnehmungen. Ohne Gymnastikprogramm für Neugeborene wird der Bewegungsdrang bereits durch Hinlegen auf eine bunte Krabbeldecke geweckt. Bald folgen durch diese Eindrücke erste Sitzversuche, später Krabbeletappen. Hochwertiges Holzspielzeug in einer für Babys passenden Greifgröße lädt dazu ein, hinzufassen, einer Holzmurmel krabbelnd zu folgen oder ein Holzauto durch Greifen und Schieben in Bewegung zu versetzen.

Tipp Vier: Freude als Entwicklungsturbo nutzen



Gemeinsame Zeit fördert die Entwicklung von Babys am besten. Auf Sehen, Sprechen, Berühren und Bewegen reagieren die Jüngsten mit quietschender Freude. Sie lauschen gern singenden Eltern, fühlen auf dem Schoß in Tastbüchern oder schlafen über einem Vorlesemärchen ein. Nebenbei stärkt jede gemeinsam verbrachte Minute die Bindung und ist für die spätere Erziehung damit der beste Anker. Dieser Anker stärkt das Selbstvertrauen. Kinder dieser freudigen Förderung probieren gern Neues aus. Sie lassen sich damit leichter auf neue Lernerfahrungen in allen Lebensbereichen mit besseren Erfolgsaussichten ein.

Tipp Fünf: Sprachförderung für eine gute Gehirnentwicklung



Sprachlich hilft es, viel mit dem Baby zu sprechen, jeden gesehenen Gegenstand beim Namen zu nennen oder eigene Handlungsabläufe sprachlich zu erklären. Eine Einladung, Singen nachzuahmen, führt nicht sofort zu deutlichem Sprechen. Allerdings verknüpft das frühkindliche Gehirn Klänge und Worte. Sprachfehler sind damit im entsprechenden Entwicklungsstadium seltener. Dennoch sollten Eltern liebevoll korrigieren, solange die »Gans« im Bilderbuch noch eine »Dans« ist oder das Kind noch den »Bürgsteiger« (statt Bürgersteig) benutzen möchte.

Fazit:
Gehirn und Körper entwickeln sich auch bei Frühchen bereits während der Schwangerschaft. Zu Hause kann diese Entwicklung mit verschiedenen spielerischen und liebevollen Methoden weiterhin gefördert werden, am besten akustisch, visuell sowie mit Tast- und Geschmackssinn. Insgesamt sollte der kleine Mensch jedoch auch genügend untätige Zeit bekommen, all die neuen Eindrücke zu Lernerfahrungen zu verarbeiten.

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