Formen der Beatmung bei einer Frühgeburt

Beatmung eines frühgeborenen Kindes

Beatmung eines frühgeborenen Kindes

Die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Beatmungsformen bei einer Frühgeburt

Bei der künstlichen Beatmung von Frühgeborenen stellt die Schonung der unreifen Lungen eine zentrale Herausforderung dar. Insbesondere bei sehr kleinen Kindern, deren Lungen sich noch in der Entwicklung befinden, ist ein besonders hoher Schutz erforderlich. In vielen Fällen ist die lebensnotwendige Atemunterstützung mit dauerhaften Lungenschäden verbunden. Aus diesem Grund erforschen Neonatologen fortwährend neue Beatmungsformen, die kleine Frühgeborene schonender behandeln. Nachfolgend erfahren Sie, durch welche Vor- und Nachteile sich die aktuell eingesetzten Methoden voneinander unterscheiden.

Schlechte Ergebnisse bei der nasalen High-Flow-Beatmung

Bei der nasalen High-Flow-Beatmung handelt es sich um eine Atmungstherapie, die bereits seit einigen Jahren in zahlreichen Krankenhäusern zum Einsatz kommt. Sie zeichnet sich vor allem durch eine hohe Akzeptanz bei Patienten sowie eine einfache Handhabung und geringe Kosten aus. Das Hauptziel dieser Beatmungstechnik besteht in der Reduzierung der Atemarbeit des Frühgeborenen. Dieses wird durch eine Kombination aus konzentriertem Sauerstoff, niedrigem Druck und einer Atemluftbefeuchtung erreicht.
Aktuelle Studien haben jedoch ergeben, dass die nicht-invasive High-Flow-Beatmung deutlich schlechtere Ergebnisse erreicht als vergleichbare Methoden. Obwohl diese Behandlungsform in den meisten Krankenhäusern bei Frühgeburten eingesetzt wird, tritt ein Therapieversagen während der ersten 72 Stunden in mehr als 40 Prozent aller Fälle auf. Darüber hinaus kommt es zu einem Abfall des pH-Wertes der Neugeborenen auf 7,2. Dennoch wird die High-Flow-Beatmung großflächig eingesetzt, da sie den Eltern einen intensiven sozialen Kontakt zu ihrem Kind ermöglicht. Im Gegensatz zu anderen Therapieansätzen werden die Frühgeburten durch spezielle Nasenkanüle beatmet und das Gesicht bleibt unbedeckt.

Umständliche Behandlung bei der CPAP-Beatmung

Die CPAP-Beatmung hat sich im Vergleich zur High-Flow-Beatmung stets als deutlich wirkungsvoller erwiesen. Diese Therapieform führt lediglich halb so oft zu einem Therapieversagen und ist wesentlich seltener mit Folgeschäden der Lunge verbunden. Bei dieser Methode werden durch einen Gasmischer über 25 Liter Sauerstoff pro Minute zur Verfügung gestellt. Der hochkonzentrierte Sauerstoff schränkt dabei die Eigenatmung nicht ein und wirkt deshalb besonders schonend. Darüber hinaus stellt diese Therapieform in zahlreichen Fällen eine wirkungsvolle Alternative zur mechanischen Ventilation dar. Allerdings ist auch diese Art der Beatmung mit einigen Nachteilen verbunden.
Eine CPAP-Beatmung ist sehr umständlich und kostenintensiv. Während bei anderen Therapieformen das Gesicht des Frühgeborenen erkennbar bleibt und die Eltern einen nachhaltigen Kontakt zu ihrem Kind pflegen können, wird bei der CPAP-Behandlung eine Atemmaske oder ein Atemhelm eingesetzt. Diese Hilfsmittel erschweren die Pflege der Eltern enorm und stoßen daher auf wenig Akzeptanz. Aus diesem Grund wird noch immer die High-Flow-Beatmung der CPAP-Therapie vorgezogen.

Nachteile einer maschinellen Beatmung

Die bisher übliche maschinelle Beatmung der Frühgeborenen überdehnt häufig das empfindliche Lungengewebe der jungen Patienten. Dadurch leiden zahlreiche Kinder aufgrund ihrer Beatmungstherapie an einer Bronchopulmonalen Dysplasie. Diese chronische Lungenkrankheit ist lebensgefährlich und führt sowohl zu Wachstums- als auch Entwicklungsstörungen. Weiterhin kommt es bei den betroffenen Kindern wesentlich häufiger zu einer schweren Atemwegsinfektion oder Rechtsherzbelastung. Aus diesem Grund sollte grundsätzlich eine schonende CPAP-Beatmung vorgezogen werden, die das selbstständige Atmen der Kleinen optimal unterstützt.

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