Schmerzen am Ischiasnerv in der Schwangerschaft

Viele Schwangere kennen das Problem: Schmerzen am Ischiasnerv ab einem gewissen Stadium in der Schwangerschaft. Meist im mittleren bis letzten Drittel beginnen die Schmerzen. Ein Gefühl von ziehen oder auch stechen im unteren Rücken, welche meist über das Gesäß bis in den Oberschenkel ausstrahlt. Auch Empfindungsstörungen bis hin zu Lähmungserscheinungen können auftreten.

Wie entstehen diese Schmerzen?

Der Gesäßmuskel muss, bedingt durch den wachsenden Bauch, während der Schwangerschaft besonders viel arbeiten. Oft ist aber auch ein Bandscheibenvorfall der Auslöser für diese Schmerzen. Es muss zunächst also geschaut werden, was nun tatsächlich die Ursache dieser Schmerzen ist. Ebenso können Verspannungen diese Schmerzen verursachen. Eine wirkliche sogenannte Ischialgie kommt in der Schwangerschaft weniger häufig vor, als erwartet. In vielen Fällen kann die Ursache der Schmerzen nicht eindeutig diagnostiziert werden.

Mögliche Ursachen oder Auslöser können also sein:

  • Bandscheibenvorfall
  • Gewicht des ungeborenen Kindes, welches auf den Ischiasnerv drückt
  • Verspannungen
  • tatsächliche Ischialgie, also eine Entzündung des Ischiasnervs
  • Degeneration der Wirbelgelenke (Spondylarthrose)
  • Bluterguss / Hämatom

 

Welche Symptome können bei einer Ischialgie vorliegen?

  • häufig: ausstrahlende Schmerzen (oft als ziehend, stechend, reißend beschrieben)
  • eher selten: Empfindungsstörungen (kribbeln in den Beinen, Taubheitsgefühl)
  • eher selten: Lähmungserscheinungen
rückenschmerzen ischiasnerv
Oft zum Ende der Schwangerschaft entstehen Schmerzen im unteren Rücken

 Wie kann ich Schmerzen am Ischiasnerv lindern?

Häufig neigt man dazu, bei Schmerzen dieser Art eine Schonhaltung einzunehmen und sich mehr, als hilfreich wäre, zu schonen. Dabei ist Bewegung in diesem Fall das A und O. Auch leichte Massagen und/oder leichte Übungen z.B. mit einem Gymnastikball können helfen. So manchem hilft besonders Wärme mithilfe eines Körnerkissens, Gelkissen oder einer Wärmflasche – hier sollte man jedoch beachten, dass Wärme bei einer vorliegenden Entzündung nicht unbedingt zu empfehlen ist. Desweiteren kann der behandelnde Arzt ein entzündungshemmendes Mittel verschreiben oder direkt injizieren.

Weitere Möglichkeiten sind:

  • Akupressur, z.B. auch mit Hilfe einer Akupressurmatte
  • Physiotherapie
  • Schwimmen, Bewegungsbad
  • Kurzfristig, als “Soforthilfe”; Stufenlagerung (Schmerzlindernd, aber umstritten da sie in Verdacht steht einen vorhandenen BS-Vorfall zu verstärken)

Fazit

Zusammenfassend ist auch bei Ischiasschmerzen zu erwähnen dass Faktoren, die die Psyche negativ beeinflussen (Stress, Depression) die Schmerzen verschlimmern können. In der Regel ist es so, dass die Schmerzen mit der Geburt des Kindes nachlassen oder gar verschwinden, sofern keine weitere Ursache vorliegt.

 

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