Präimplantationsdiagnostik (PID) für vorbelastete Familien

Was ist Präimplantationsdiagnostik?

Bei der PID handelt es sich um eine Methode, beispielsweise bestimmte Erbkrankheiten früh zu erkennen und auszuschließen. Liegt bei einem Elternteil ein Gendefekt vor, so kann mittels PID bereits eine Untersuchung stattfinden, bevor ein durch In-vitro-Fertilisation erzeugter Embryo in die Gebärmutter eingepflanzt wird. “Pränatale Diagnostik im Glas?” Um also die Präimplantationsdiagnostik in Anspruch nehmen zu können, ist eine künstliche Befruchtung unumgänglich.

Gesetzteslage in Deutschland

Nachdem die Erlaubnis zur durchaus umstrittenen Möglichkeit der Präimplantationsdiagnostik (Stichwort: “Designer-Baby”) lange in der Diskussion stand, gab es seit dem 07. Juli 2011 folgenden Gesetzesentwurf, dem der dt. Bundestag mehrheitlich zustimmte:

Die PID bleibt im Grundsatz verboten, ist aber zugelassen, wenn aufgrund der genetichen Veranlagung der Eltern eine schwerwiegende Erbkrankheit beim Kind oder eine Tot- oder Fehlgeburt wahrscheinlich ist. “Schwerwiegend” ist eine Erbkrankheit per Definition dann, wenn sie sich durch eine geringe Lebenserwartung des betroffenen Menschen oder die Schwere des Krankheitsbildes bei schlechter Behandelbarkeit wesentlich von anderen Erbkrankheiten unterscheidet.

Neue, moderne Medizin?

Die PID existiert bereits seit den frühen 1990er Jahren und wurde weltweit bereits bei der Zeugung von über 10.000 Kindern angewandt. In erster Linie zur Erkennung von Erbrankheiten wie Gendefekten oder Chromosomenanomilien, grundsätzlich ist jedoch auch die Auswahl des Geschlechts oder bestimmter erblicher Eigenschaften möglich.

Was für die Eltern eine große Erleichterung darstellen kann, sorgt sowohl ethisch als auch moralisch für Diskussionen. Kritiker weisen darauf hin, dass mit dieser Methode ein “Kind nach Maß” gezeugt werden könnte und auch in diesem Bereich Korruption nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann. Desweiteren sehen sich auch heute schon Eltern eines behinderten Kindes unter anderem mit der Frage konfrontiert, ob ein Abbruch möglich gewesen wäre. Weitere Fragen, die sich daraus ergeben könnten, wären:

  • Muss, soll oder darf es dann in 50 Jahren verboten sein, ein Kind mit einer Behinderung zu gebären?
  • Werden in 50 Jahren die Kranken- und Pflegekassen bei einer erblich bedingten Erkrankung oder Behinderung nicht mehr tätig?
  • Wird in 50 Jahren ausgegrenzt statt inkludiert?
  • …oder ist es einfach nur positiv zu bewerten, weil dadurch bestimmte Erkrankungen nahezu ausgerottet werden könnten?

Wie steht ihr dazu? Sagt uns eure Meinung!

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