HA-Nahrung

Frühchenernährung, Babyernährung ~ HA-Nahrung

Säuglingsanfangsnahrungen auf der Grundlage von partiell hydrolysiertem Eiweiß, die für die Prävention atopischer Krankheiten bestimmt sind (sogenannte HA-Nahrungen)

Stellungnahme der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde

Säuglingsnahrungen mit weitgehend hydrolysiertem Eiweiß sind seit mehr als 40 Jahren verfügbar. Sog. HA-Nahrungen (HA = hypoallergen/hypoantigen) mit partiell hydrolysiertem Eiweiß sind seit fast 10 Jahren im Handel. Zu ihrer therapeutischen bzw. präventiven Wirksamkeit ist eine teilweise kontroverse wissenschaftliche Diskussion im Gange, die sich in einer Reihe von aktuellen Stellungnahmen verschiedener Gesellschaften niederschlägt [1, 4, 11, 25]. Die Ernährungskommission nimmt dies zum Anlaß, erneut [8, 9] Stellung zu nehmen zum Einsatz von sog. HA-Nahrungen in der Prävention von allergischen Krankheiten bei atopisch belasteten Kindern. Die aktuelle wissenschaftliche Kontroverse entzündet sich vor allem an der Bezeichnung “hypoantigen” bzw. “hypoallergen” für Säuglingsnahrungen, die aufgrund ihrer Herstellung nachweisbar noch signifikante Mengen an antigenen Eiweiß(bruch)stücken enthalten. Diese Nahrungen sind daher nicht für die Therapie manifester Eiweißallergien geeignet, können aber bei gesunden Säuglingen, die als atopisch einzuordnen sind, zum Versuch der Prävention (Verhütung, Aufschieben, Abschwächen) von Nahrungsmittelallergien eingesetzt werden. Einige Autoren empfehlen auch für die Prävention nur Nahrungen mit hochgradig hydrolysiertem Eiweiß (semielementare bilanzierte Diäten) und wollen die Bezeichnung “hypoallergen” nur auf diese Produkte übertragen [1, 4].

Quelle und vollständiger Text

Hypoallergen” ist laut Definition, eine Nahrung, die von 90% der Men-schen mit Kuhmilch-Allergie ohne Symptome toleriert wird. Damit be-steht für die restlichen 10% das Risiko eine Nahrung zu sich zu neh-men, deren Sicherheit für sie fraglich ist. Der amerikanische Bundes-gerichtshof verlangte von der Carnation Company (einer Tochterfirma von Nestle) die Unterlassung von Werbeaussagen, ihre Nahrung verur-sache keine allergischen Reaktionen, der Bezeichnung ihres Produkts als “hypoallergen” und der Anführung von wissenschaftlichen Beweisen für ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit. Zur Zeit wird in den USA und England eine neue von Aminosäuren abgeleitete Säuglingsnahrung (Neocate) klinisch getestet, um ihre Sicherheit als Nahrung für kuh-milchallergische Kinder zu überprüfen.

Quelle und vollständiger Text

Genetische Faktoren bestimmen, wer an Asthma oder anderen allergischen Krankheiten erkrankt. Zusätzliche Umweltfaktoren begünstigen die Entstehung. Immer deutlicher wird allerdings der Verdacht, daß nicht die Verdreckung der Umwelt, sondern eher die Sauberkeit das Auftreten von Allergien begünstigt. Nicht zu viele Allergene, sondern ein zu geringer Allergenreiz fördert offensichtlich allergische Reaktionen. Bei der Propagierung der HA-Nahrungen geht man aber immer noch von der gegenteiligen Vorstellung aus.

Quelle und vollständiger Text

Dennoch umstritten
Trotz wissenschaftlicher Untersuchungen ist es immer noch umstritten, ob derart behandelte Kuhmilchprodukte tatsächlich den Ausbruch einer allergischen Erkrankung verhindern, verzögern oder in ihrer Schwere abschwächen können.Empfehlung
Allgemein wird empfohlen, HA-Nahrung bei erblich bedingtem erhöhtem Allergierisiko zu verwenden, wenn nicht gestillt werden kann.
Aus Vorsorge oder als Überreaktion der Besorgnis gesunder Eltern ist diese Nahrung nicht zu empfehlen.
Gesunde Säuglinge sollen sich an die verschiedenen Lebensmittel und Zutaten gewöhnen, um das Risiko eines Allergieerwerbs gering zu halten.
Bei bestehender Milchallergie darf HA-Nahrung nicht gefüttert werden.
Quelle und vollständiger Text

Studie belegt, wann hypoallergene Kost für Babys sinnvoll ist

Eine erste Auswertung der weltweit umfangreichsten Studie zu den Effekten hypoallergener Nahrung auf die Manifestation von Atopien im Kindesalter hat ergeben, dass Molke- und Casein-basierte Hydrolysate das Risiko für die atopische Dermatitis (AD) vor allem bei den Kindern reduzieren, deren Familienmitglieder ersten Grades keine AD, sondern eine andere Manifestation allergischer Erkrankungen wie Heuschnupfen oder Urtikaria hatten.

Litten Eltern oder ältere Geschwister unter einer Neurodermitis, waren die gewünschten Nahrungsmitteleffekte deutlich weniger ausgeprägt. “Bei diesen Kindern scheint der Einfluss der Gene auf die Manifestation der Erkrankung sehr viel ausgeprägter zu sein als die Beeinflussbarkeit durch hypoallergene Nahrung”, deutet Studienleiterin Dr. Andrea von Berg vom Marien-Hospital in Wesel die Ergebnisse beim Kinderärztekongress in Freiburg. Für die prospektive, randomisierte und doppelblinde GINI (German-Infant-Nutritional-Intervention)-Studie sind 2252 gesunde Neugeborene mit einem Mindest-Geburtsgewicht von 2500 Gramm aufgenommen worden. Wenigstens ein Elternteil oder ein Geschwister musste die Bedingung erfüllen, Atopiker zu sein.
Quelle und vollständiger Text

Schreibe einen Kommentar