Therapie für das ältere Frühchen

Osteopathie bei Frühchen und Babys

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Ostheopathie beim frühgeborenen Kind

Was ist Osteopathie?

Osteopathie ist eine manuelle Behandlungsmethode: Therapeutinnen und Therapeuten ertasten mit den Händen Spannungen, Blockaden und Bewegungseinschränkungen im Körper und versuchen, diese sanft zu lösen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die eine Erkrankung, sondern der Gedanke, den Körper in seiner Selbstregulation zu unterstützen. In der Osteopathie werden verschiedene Techniken unterschieden, zum Beispiel craniosacrale, viszerale und myofasziale Techniken.

In Deutschland ist "Osteopath" kein geschützter Beruf. Die Behandlung wird meist von Heilpraktikern, Physiotherapeutinnen oder Ärztinnen mit entsprechender Zusatzausbildung angeboten. Achte bei der Auswahl auf eine fundierte, möglichst mehrjährige Osteopathie-Ausbildung mit pädiatrischer Zusatzqualifikation, wenn dein Baby behandelt werden soll.

Warum Osteopathie bei Frühchen und Babys ein Thema ist

Nach einer Frühgeburt hat der kleine Körper oft einiges hinter sich: eine möglicherweise schwierige Geburt, Lagerung im Inkubator, Beatmung, Sonden oder wiederholte Eingriffe. Deshalb fragen sich viele Eltern, ob Osteopathie helfen kann, wenn ihr Kind auffällig unruhig ist, den Kopf bevorzugt zu einer Seite dreht, schlecht trinkt oder häufig spuckt.

Anlässe, aus denen Eltern von Frühchen eine osteopathische Behandlung in Betracht ziehen, sind zum Beispiel:

  • eine asymmetrische Kopfform oder eine bevorzugte Kopfdrehung zu einer Seite
  • Verspannungen oder Schiefhaltung, teils als "KISS-Syndrom" bezeichnet – ein Konzept aus der Osteopathie/Manualmedizin, das in der wissenschaftlichen Kinderheilkunde umstritten und nicht einheitlich als eigenständige Diagnose anerkannt ist
  • Reflux, Blähungen oder andere Verdauungsthemen
  • Unruhe, viel Schreien oder Einschlafprobleme
  • Saug- oder Trinkschwierigkeiten

Wichtig zu wissen: Für viele dieser Beschwerden gibt es aus schulmedizinischer Sicht keinen eindeutigen wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweis der Osteopathie speziell bei Säuglingen. Manche Eltern berichten von spürbaren Verbesserungen, andere merken keinen Unterschied. Osteopathie sollte deshalb erst dann in Betracht gezogen werden, wenn dein Kinderarzt oder deine Kinderärztin ernsthafte organische Ursachen ausgeschlossen hat – gerade bei Reflux, Trinkschwäche oder Unruhe können auch behandlungsbedürftige medizinische Gründe dahinterstecken.

Wie läuft eine Behandlung ab?

Beim ersten Termin steht meist ein ausführliches Gespräch über Schwangerschaft, Geburt, bisherigen Verlauf und aktuelle Auffälligkeiten am Anfang. Danach folgt eine sanfte manuelle Untersuchung. Die Behandlung selbst besteht aus vorsichtigen Griffen, leichtem Druck oder Zug und bestimmten Lagerungen – bei Babys immer sehr behutsam und ohne ruckartige Bewegungen. Weitere Termine werden je nach Verlauf vereinbart, anfangs oft in kürzeren Abständen von ein bis zwei Wochen, später mit größerem zeitlichen Abstand.

Kosten und Kostenübernahme

Osteopathie wird von den gesetzlichen Krankenkassen in der Regel nicht übernommen. Manche Kassen zahlen einen Zuschuss im Rahmen von Satzungsleistungen oder Bonusprogrammen – frag direkt bei deiner Krankenkasse nach, ob und in welcher Höhe das für dein Kind möglich ist. Auch private Zusatzversicherungen beteiligen sich teilweise. Wie hoch die Praxisgebühr pro Sitzung ausfällt, ist regional unterschiedlich; erkundige dich am besten direkt in der Praxis.

Osteopathie ersetzt keine Therapie

Osteopathie ist kein Ersatz für Physiotherapie, Logopädie oder Ergotherapie, sondern kann diese bestenfalls ergänzen. Sprich vor Beginn einer Behandlung möglichst mit den behandelnden Therapeutinnen und Ärzten deines Kindes, damit alle Beteiligten informiert sind und die Maßnahmen zusammenpassen.