Aleksandra mit Michi und Philip

Bitte stelle dich unseren Lesern kurz vor

Hallo, ich heiße Aleksandra bin 26 Jahre alt und war miteineiigen Zwillingen schwanger. Meine Schwangerschaft war hart und es wurde bereits ab der 9 SSW vermutet dass meine Jungs, wie es sich später herausstellte, geringe Chancen haben und ich mir nicht viel Hoffnungen machen soll. Bei uns wurde das Feto-Fetale Transfusionssyndrom vermutet und später bestätigt. Mein Partner verließ mich im 4 Monat und interessierte sich nicht für uns und tut es immer noch nicht. Harte Zeit eben. Hinzu kam das ich die letzten 2 Monate ständig stationär war und am Ende doch eine Frühgeburt hatte.

Wann kam dein Frühchen zur Welt und wie alt ist dein Frühchen heute?

30+1 heute wären wir bei 35 +3 also 1 Monat alt.

Gab es in der Schwangerschaft bereits Probleme?

Ja, unerträgliche. Außer die psychischen auch physische. Zuerst das Feto Fetale Transfusionssyndrom ich gehörte mit Mehrlingen sofort mal zu den Risikoschwangeren, dann die psychische Belastung allein zu sein und die Kinder es wahrscheinlich nicht überleben und der druck alles aufzubauen bevor sie kommen ich glaubte an meine Kinder und tue es immer noch!, im 6 Monat fing dann der ständige Aufenthalt in der Klinik an. Anfangs hatte ich nur eine Grippe da lag ich 1 Woche im Spital, dann hatte ich eine Gebärmutterhalsverkürzung da lag ich 3 Wochen im Spital und mir wurde das erste mal die lungenreife verabreicht dazu 48std Wehenhemmer…

Wie war die Geburt für dich? Welche Gefühle haben dich dabei begleitet? War es eine natürliche Geburt oder ein Kaiserschnitt?

Plötzlich bekam ich in der Früh eigenartige Schmerzen, und gegen Mittag rief ich die Rettung da sie immer stärker wurden. Im Spital angekommen, erzählte man mir das alles gut ist und ich nach Hause soll, ich bestand drauf zu bleiben. Durch ein Frühgeburtsrisiko-Test stellte sich heraus das es zu einer Frühgeburt kommen wird. Und plötzlich bekam ich Wehenhemmer die die Schmerzen immer stärker werden ließen und man verabreichte mir die erste Lungenreifungsspritze. Gegen 19uhr kam ich in den Kreißsaal wo ich ein Katheter bekam und über den wurde mir Magnesium gegeben. Man hat bei mir 2x die Vene falsch gestochen und 1x platze sie im Nachhinein betrachtet unglaublich doch ich hatte eine tolle Begleiterin und das Entbindungsteam die mir halfen alles mit Humor zu nehmen. Um 22.30uhr kamen Michael und Philip auf natürlichem Wege zur Welt. Philip fast dunkellila mit knapp 1500gr und Michael total blass 950gr. Sie wurden sofort in die Intensivstation gebracht und ich durfte sie 2 Std. nicht sehen. Ich war geschockt, von den vielen und plötzlichen Geschehnissen. Meine Ohren waren taub und ich sah irgendwie nichts mehr… Gefühle wie Angst überwiegen die Freude für ein paar Stunden.

Wann durftest du dein Frühchen zum ersten Mal sehen? Wie lief das ab? Wurde dir alles erklärt?

Erst nach 2 std durfte ich meine Engelchen sehen. Ja alles wurde mir ausführlich erklärt. Seine Kinder so zu sehen bricht einem das Herz sie nicht in die Arme nehmen zu dürfen…

Gab es bei deinem Frühchen Komplikationen nach der Geburt/während der Zeit auf der Neonatologie?

Ja, beim Michael wurde eine Plexuszyste gefunden laut den Ärzten nicht gefährlich und wird beobachtet. Er wurde intubiert hat 2 Konserven Blut gebraucht.
Bei Philip ein vergrößertes Herz. Später bekamen beide eine Lichttherapie zwecks Gelbsucht. Einige Tage später erklärte man mir Philip hätte eine E.coli Infektion diese hatte er durch mich bekommen in der Plazenta fanden sie diese auch sie vermuten deshalb die Frühgeburt. Er würde Antibiotika bekommen und es wird beobachtet. Leider bekommt man auf Fragen wieso hat mein Arzt beim letzten abstrich 2 Tage vor der Entbindung nicht bemerkt das ich Bakterien hatte usw… keine Antwort …

Konntest oder wolltest du stillen? Gab es eine Stillberaterin im Krankenhaus? Wurde dir alles erklärt?

Ich wollte stillen war auch fleißig am Pumpen. Man hat mir auch alles toll erklärt ich hatte nur eben das Pech, das es bei mir nicht geht. Anatomisch

Wie entwickelt sich dein Frühchen? Habt ihr noch viele Arztbesuche?

Wir sind zurzeit in der Überwachungsstation angekommen und entwickeln uns gut. Demnächst werde ich wieder aufgenommen und darf bei meinen Kindern bleiben sie pflegen mit ihnen kuscheln und ihnen Geschichten vorlesen unser verspätetes Wochenbett genießen und bis zur Entlassung bei ihnen sein ca. 4- 6 Wochen brauchen wir noch. Philip atmet bereits ohne Atemunterstützung und Michael ist noch auf 3,5 Flow macht es aber toll und darf auch Pausen machen beim kuscheln zum Beispiel.

Was würdest du frischgebackenen Frühchen Eltern raten?

Es ist wirklich kein leichtes Schicksal da sind wir uns alle einig! Man darf weinen, darüber reden sich Vorwürfe machen und es wird eine schwere Zeit. Mein Rat ist, es zu akzeptieren und mit gaaaaanz viel Liebe für sein Kind da zu sein. Den Kampf müsst ihr alle zusammen schaffen und wenn’s mal wieder Rückschläge gibt nicht aufzugeben und stark zu sein nur so kann man seinem Kind helfen. Viiiel Kuscheln und nie Googlen…

Ich wünsche allen Eltern und ihren Vögelchen das beste!
Lg an alle Kämpfer da draußen!

 

Liebe Aleksandra, wir danken dir für das Interview und wünschen euch weiterhin alles Gute für die Zukunft <3

Du bist auch Mutter/Vater eines Frühchens und möchtest uns eure Geschichte erzählen? Dann melde dich unter interview@fruehchen-portal.de oder fülle einfach direkt hier unseren Fragebogen aus 🙂

 

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