Besuchszeiten auf der Neonatologie

BesuchszeitenUnsere “Neozeit” liegt nun bereits einige Jahre zurück. Wie bei wahrscheinlich allen Frühcheneltern ist es so, dass man, sobald das Wort Frühchen fällt, aufhorcht. Immer mal wieder schockiert hat mich das Thema Besuchszeiten – ich hätte geglaubt, in 2016 gäbe es das nicht mehr.

Wieviele Stunden Eltern-Kind Kontakt ist… g u t ?!?

Als meine Tochter damals auf der neonatologischen Intensivstation lag, hatten wir so ziemlich “freie Hand”, was Besuche betrifft – und dennoch wurde es ein Stück weit reglementiert, um den Stresspegel für die Minis niedrig zu halten und natürlich auch aus hygienischen Gründen. Es wurde darum gebeten!, während der Übergabezeiten von einem Besuch abzusehen und bei Besuchen mit maximal zwei Personen zu erscheinen. Ich hatte also, was das betrifft, nie das Gefühl in meinen Rechten “beschnitten” zu werden – umso schockierender ist es für mich, immer mal wieder von Eltern zu hören, die fast schon darum betteln müssen, eine nahestehende zweite Person mit reinnehmen zu dürfen. Dementsprechend verständnisvoll reagierten, soweit ich das mitbekam, auch die Eltern in “unserer” Klinik. Es war insgesamt ein Miteinander auf den Stationen und kein Gegeneinander. Man hatte -sicherlich auch durch die Länge des Aufenthaltes- das Gefühl, dort ein Stück weit “zuhause” zu sein und es wurde die eigentlich sehr schwierige und nervenaufreibende Zeit durch viele Kleinigkeiten -zu denen eben auch Dinge wie angemessene Besuchszeiten und das Einbeziehen gehören!!- so “angenehm” wie möglich gemacht.

“Nein, die Oma oder den Opa verkraftet das Kind nur eine Stunde lang – alles andere ist zuviel Stress!”

Das es da in anderen Kliniken zu Unmut und Diskussionen kommt, kann ich nachvollziehen, wenn ich höre, dass Eltern beispielsweise nur einzeln zum Kind dürfen oder bestimmte Personenkreise (nicht-verwandte) grundsätzlich ausgeschlossen werden oder nur sehr begrenzt, z.B. eine Stunde lang, besuchen dürfen.

Ich frage mich dann, aus welchem Grund das so ist – denn es gibt ja nachweislich andere “Modelle”, die in jeder Hinsicht funktionieren, mit denen ebenso hygienische Richtlinien etc. eingehalten werden können und die vor allem alle Beteiligten zufrieden stellen. Wenn ich dann auch noch von der Kombination wenig Besuchzeit, kein Einbeziehen der Eltern generell UND “gestresstem” Personal höre, kann ich mit dem Kopfschütteln gar nicht mehr aufhören. Ja, woran liegt das denn wohl?


Kann und darf es wirklich sein, dass es noch derart unmenschliche hinterwäldlerische Krankenhäuser gibt? Warum ist das so und warum ändert sich da nichts? Sind da nur “das machen wir schon immer so”-Menschen am Werk oder wie erklärt sich das? Immerhin ist es nun wirklich nichts Neues mehr, dass der Eltern-Kind-Kontakt und auch das Einbeziehen während der Pflegerunden immens wichtig ist – und so ganz nebenbei auch das Personal entlasten würde.

Ich denke, wenn alle Beteiligten sich an gewisse Regeln halten, ist so einiges machbar – und es kommt nicht zuletzt am meisten dem kleinen Menschlein zugute, welches mit Eltern und Geschwistern sicherlich stabiler durch diese Zeit kommt als alleine in einer künstlich erzeugten Wärme.

 

Wie war es bei euch??

 

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